Ukraine: Vergiftete Geburtstagsgrüße für Präsident Janukowytsch

Ukraine: Vergiftete Geburtstagsgrüße für Präsident Janukowytsch

"Herzlichen Glückwunsch!" - Plakat in KiewGlückwünsche mit Saddam und Gaddafi in Kiew

Der ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch feierte am Montag seinen 62. Geburtstag. Auch an seinem Ehrentag musste der umstrittene Staatsmann mal wieder den bitteren Spott seiner Gegner über sich ergehen lassen. Die zeigten sich durchaus kreativ und mit sarkastischem Humor ausgestattet. So war am Geburtstag des Präsidenten in Kiew an mehreren gut sichtbaren Stellen ein großes Plakat zu sehen, das die Konterfeis von Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi zeigte und darunter in großen Lettern die Aufschrift „Herzlichen Glückwunsch!“ in ukrainischer Sprache trug.

Derbe Sprüche auf der Krim

Handfester gingen da schon Aktivisten auf der Halbinsel Krim zu Werke, wo sich Janukowytsch derzeit aufhält. Kleine Plakate an Haltestellehäuschen, Häuser- und Plakatwänden zeigten jeweils einen Strauß Blumen und dazu verschiedene an das Geburtstagskind gerichtete Botschaften in russischer Sprache: „Janukowytsch, Du bist nicht unser Präsident“, „Janukowytsch, Du bist entlassen!“ waren da noch harmlose Parolen. Auf einigen der Plakate waren dagegen Sprüche zu lesen, die nicht ganz so leicht zu übersetzen sind. So etwas wie „Verpiss Dich, Janukowytsch!“ („Янукович, пошел на ХУЙ!“) oder (etwas freier übersetzt) „Fick Dich, Witja, und nicht die Krim“ („ХУЙ тебе ВИТЯ, а не КРЫМ!“). Auf der Halbinsel Krim wird mehrheitlich russisch gesprochen. Das beliebte Urlaubsgebiet gilt als eine der Hochburgen von Janukowytschs Partei der Regionen.

Wer für die derben Sprüche auf der Krim verantwortlich ist, ist nicht bekannt. Die Plakate in Kiew sollen dagegen von der Jugendorganisation Demokratische Allianz aufgehängt worden sein. Sie sollen den Präsidenten offenbar daran erinnern, wie es enden kann, wenn man sich für den Weg eines autokratischen Herrschers entscheidet. Auch anderswo wurde der Geburtstag genutzt, um politische Botschaften zu platzieren. In Tscherkassy etwa fand anlässlich des Ehrentages ein Trauermarsch statt, in Lemberg wurde dem Präsidenten ein Hörgerät zum Geschenk gemacht und die Aktivisten, die derzeit in Kiew vor dem „Ukrainischen Haus“ gegen den Präsidenten und dessen Sprachengesetz protestieren, schickten ihrem Gegner eine Fahrkarte nach Weißrussland auf die Krim.

Bildquellennachweis: Natalja Sokolenko / www.pravda.com.ua (Plakate in Kiew), Serhij Tyschtschenko (Plakate auf der Krim)

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