Moskauer Beamter verliert wegen Homosexualität seinen Job

Moskauer Beamter verliert wegen Homosexualität seinen Job

Gay Pride

Foto: flickr.com / Guillaume Paumier

Alexander Smirnow, ehemaliger Beamter der Moskauer Stadtverwaltung, hat im Online-Stadtmagazin CityBoom davon berichtet, wie er wegen seiner sexuellen Orientierung seinen Job verloren hat. Dazu kam es, nachdem er sich in der Zeitschrift Afischa geoutet und über sein Leben als Homosexueller in Russland erzählt hatte. Er schilderte dort etwa, wie er seine ersten Erfahrungen mit anderen Männern machte und zum Schein eine Ehe einging. Er habe zunächst kein großes Interesse gehabt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Erklärungen Putins, Medwedews und Außenminister Lawrows, es gebe keine Diskriminierung sexueller Minderheiten in Russland, hätten ihn dann aber umgestimmt.

Den Artikel legte Smirnow seiner Vorgesetzten auf den Tisch, die sich zunächst anerkennend darüber äußerte. Nach einigen Tagen bat sie ihren Mitarbeiter jedoch um eine Unterredung, die sie mit der Frage begann, ob Smirnow nicht schon einmal darüber nachgedacht habe, Russland zu verlassen. Sie legte ihm nahe, seine Stelle zu kündigen. Zur Begründung sagte sie, in der Stadtverwaltung habe man kein Verständnis für sein Handeln und man würde sich zudem fragen, warum sie ihn nicht beizeiten als „ideologisch fremdes Element“ erkannt habe und wie es sein könne, dass die Stadtverwaltung Schwulendemos verbietet und gleichzeitig ein Schwuler bei der Stadtverwaltung arbeiten und auch noch öffentlich über seine Homosexualität sprechen kann.

Smirnow stimmte schließlich zu. Für das Versprechen, über den Vorgang zu schweigen, zahlte man ihm vier Monatsgehälter. Auch hier war es dann wiederum – so Smirnow – die Staatsführung, die ihn dazu brachte, von seinem Schweigen abzurücken. Denn Präsident Putin erklärte erst in dieser Woche vor der Presse:

„Es gibt keine Diskriminierung – überhaupt keine. Bei uns arbeiten Menschen jeder Neigung und machen Karriere. Wir anerkennen sie auf staatlicher Ebene für ihre konkreten Werke in den Bereichen, in denen sie arbeiten.“

Smirnows Fall straft den Präsidenten lügen.

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