Neues von hinterm Mond: Pädo-Parteien in Europa auf dem Vormarsch

Neues von hinterm Mond: Pädo-Parteien in Europa auf dem Vormarsch

Wo die Nachrichtenlage schlecht ist: Rückseite des Mondes

Schlechte Nachrichtenlage: Rückseite des Mondes

Wladimir Putin machte in den letzten Tagen durch einige Bemerkungen über die Lage der Sitten im „Westen“ von sich Hören. Auf dem Waldai-Forum behauptete er, in der westlichen Hemisphäre gebe es Versuche, Parteien zu gründen, die sich für eine Legalisierung der Pädophilie einsetzen. Darin zeige sich der Sittenverfall, den der russische Präsident den Ländern wer westlichen Welt diagnostiziert.

Der Autor Maksim Samorukow kommentierte das Statement in einem Artikel für die russische Seite slon.ru mit einer Mischung aus Entsetzen und Scham für die Äußerungen seines Präsidenten. Denn es scheine so, als sei „der Präsident Russlands über die ihn umgebende Wirklichkeit schlechter informiert als ein durchschnittlicher Leser von Online-Nachrichtenseiten.“ Fast ängstlich fragt er: „Welche Vorstellungen über den Westen wird er nächstes Mal der Zuhörerschaft servieren?“

Die Meldung, es gebe eine Pädophilenpartei sei falsch, so Samorukow, und vielfach dementiert worden. Nur, so macht sich Samorukow über Putin lustig, in „Wremja“, der Nachrichtensendung des kremlhörigen 1. Fernsehkanals, sei solch ein Dementi noch nicht aufgetaucht. Deshalb sei „Wladimir Wladimirowitsch nicht im Bilde darüber, dass es keine Pädophilenpartei gibt und auch nie gab – weder in Holland, noch irgendwo sonst im satanischen Westen“. Was Samorukow damit sagen will, ist klar und wurde auch von anderen Autoren schon festgestellt: Was Informationsquellen und Medienkonsum des russischen Präsidenten und der politischen Führung Russlands angeht, so scheint man genüsslich im eigenen Saft zu schmoren. Wer sich hauptsächlich aus den selbst manipulierten Medien informiert, fällt irgendwann auf die eigene Propaganda herein.

Samorukow weist darauf hin, das Gerücht der Pädophilenpartei gehe auf die niederländische „Partij voor Naastenliefde, Vrijheid en Diversiteit“ (PNVD) zurück, die von 2006 bis 2010 bestand. Diese sei jedoch keine Pädophilenpartei gewesen, sondern habe lediglich unter anderem die Forderung nach einer Senkung des Schutzalters auf 12 Jahre im Programm gehabt, was ihr ihren zweifelhaften Ruf eingebracht habe. Hier irrt der Autor jedoch, denn die ganzen drei Mitglieder der PNVD waren allesamt als Pädophile aufgefallen und teilweise zuvor in anderen Pädophilen-Gruppen aktiv gewesen.

Wladimir Putin auf dem internationalen Diskussionsforum

Wladimir Putin auf dem internationalen Diskussionsforum „Waldai“(Quelle: www.kremlin.ru)

Dass jedoch nur dieser eine Fall einer solchen Partei bekannt ist und sich diese zudem 2010 aufgelöst hat, scheint dem Staatsoberhaupt des größten Landes der Welt dabei in der Tat entgangen zu sein. Die PNVD scheiterte 2006 beim Versuch, an den niederländischen Parlamentswahlen teilzunehmen, weil sie die nötigen 570 Unterstützerunterschriften nicht zusammenbekommen konnte. Angeblich brachte sie es nur auf etwa 100 Unterzeichner, was Bände spricht über die Aussagekraft ihrer Existenz den Zustand der Sitten in den Niederlanden – oder gar Westeuropa betreffend.

Bei der selben Gelegenheit verteidigt Putin dann seinen Freund Silvio Berlusconi, der sich einem Gerichtsverfahren wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger stellen muss. Die bekannten „Bunga Bunga“-Partys von Putins italienischem Freund haben dabei doch mit den „guten Sitten“, die ja dem russischen Präsidenten kurz zuvor noch so wichtig waren, wahrlich gar nichts zu tun. Und Berlusconi hätte in einem Staat, in dem die PNVD etwas zu sagen hätte, die Justiz wahrscheinlich nicht zu fürchten. Putin aber bringt es fertig auch den Bunga Bunga-Prozess mit dem angeblichen Sittenverfall im Westen in Verbindung zu bringen. Wäre Berlusconi schwul, so Putin, so hätte er nichts zu befürchten – eine ebenso weltfremde Behauptung wie die Vorstellung, in Europa stünden mehrere Pädo-Parteien vor der Zulassung.

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