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Credit Suisse-Studie: Russland das Land mit der größten Ungleichheit

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Auf einer Millionärsmesse
(Quelle: flickr.com / th0mi)

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat in ihrem „Global Wealth Report 2013“ festgestellt, dass Russland, „den weltweit höchsten Grad an Vermögensungleichheit“ habe, wenn man von einigen karibischen Inselstaaten absehe. Während im internationalen Schnitt auf jeweils 170 Milliarden Dollar Privatvermögen 1 Milliardär komme, so seien es in Russland 1 Milliardär auf je 11 Milliarden Dollar. Demnach seien 35% aller nationalen Reichtümer Russlands in Besitz von 110 Milliardären.

Die Ursprünge des Reichtums in Russland sind allseits bekannt: sie liegen in der Privatisierung der sowjetischen Staatsbetriebe Anfang der 1990er Jahre. In jener von vielen Russen als dunkle Periode des Chaos und der Instabilität angesehenen Zeit gelang es einigen wenigen, sich einträgliche Unternehmen aus dem vermeintlich wertlosen Erbe der maroden Sowjetwirtschaft anzueignen. Sie kamen schnell zu gigantischem Reichtum und wurden fortan als „Oligarchen“ bezeichnet – und vom gemeinen Volk gehasst.

Präsident Putin machte sich diese Stimmung beim Ausschalten seines Widersachers Chodorkowski zunutze. Der Ölmagnat konnte nicht auf Sympathien aus der Bevölkerung hoffen. Man betrachtete es eher mit – sicher nicht unberechtigter – Genugtuung, wie hier ein Oligarch zur Verantwortung gezogen wurde. Wie sich jedoch schnell herausstellen sollte, handelte es sich keineswegs um den Auftakt einer Kampagne gegen die auf zwielichtigem Wege zu Reichtum gelangten Oligarchen, sondern um selektive Justiz, die einzig dem Machterhalt des Präsidenten diente. Vielmehr scheint es Putin während seiner Regentschaft selbst zu großem Reichtum gebracht zu haben und ist Teil jenes Oligarchentums.

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