Kiew: Demonstranten stürzen Lenin-Denkmal vom Sockel

Kiew: Demonstranten stürzen Lenin-Denkmal vom Sockel

Menschenmenge am gestürzten Lenindenkmal

Menschenmenge am gestürzten Lenindenkmal
(Quelle: twitter.com/belamova)

Wie die Internetseite LB.ua berichtet, haben Demonstranten in Kiew das Lenin-Denkmal am Bessarabska-Platz gestürzt. Dem Bericht zufolge waren rund 250 junge Maskierte vor Ort. Sie befestigten Stricke am Denkmal und rissen es so vom Sockel. Die umstehende Menge sang die ukrainische Hymne und nach getaner Arbeit zog man zum Unabhängigkeitsplatz (ukrainisch: „Majdan Nesaleschnosti“), wo heute die bislang größte Oppositionskundgebung mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern stattfindet.

Lenin kopflos am Boden

Lenin kopflos am Boden
(Quelle: twitter.com/aronets)


Bereits vor einer Woche war versucht worden das Denkmal zu schleifen. Damals griffen jedoch Polizisten der Spezialeinheit „Berkut“ ein und jagte die Menschen auseinander. Heute hielt sich die Staatsmacht zurück. Dabei stand ein Bus voller „Berkutler“ in Sichtweite der Ereignisse.
Das Lenin-Denkmal im Mai 2009

Das Lenin-Denkmal im Mai 2009
(Quelle: wikimedia commons / Turzh)


Das Denkmal für den Anführer der Oktoberrevolution 1917 und Gründer der Sowjetunion wurde am 5. Dezember 1946 im Beisein Nikita Chruschtschows aufgestellt. In der postsowjetischen Zeit war es mehrmals Ziel von Angriffen national gesinnter Ukrainer. Schließlich war es Lenin, der nach dem Sturz des Zarismus dafür sorgte, dass das Territorium des russischen Imperiums nahezu unverändert in die neu gegründete Sowjetunion einging. Eine schon damals angestrebte Eigenstaatlichkeit der Ukraine wurde so verhindert.

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