Oppositionsaktivist Igor Luzenko

Ukraine: Oppositionsaktivist verschleppt und mit Scheinhinrichtung gefoltert

Oppositionsaktivist Igor Luzenko

Oppositionsaktivist Igor Luzenko
(Quelle: www.facebook.com/yan.mednikov)

In der Ukraine wurde in der Nacht zum Dienstag der Journalist und Oppositionsaktivist Igor Luzenko verschleppt. Erst am Dienstagabend wurde bekannt, dass Luzenko wieder auf freiem Fuß ist. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er, er habe in der vergangenen Nacht einen bei den Straßenschlachten verletzten Demonstranten ins Krankenhaus gebracht. Dort seien ihm zwei kräftige junge Männer aufgefallen. Er habe gleich geahnt, dass diese einen Überfall auf ihn und den verletzten Juri Werbizki planten. Anders als erwartet sei dieser Übergriff jedoch gleich an Ort und Stelle erfolgt. So seien zehn Männer ins Krankenhaus gestürmt und hätten ihn und Werbizki vor den Augen der behandelnden Ärztin auf die Straße und in einen wartenden Kleinbus gezerrt. Man habe sie in einen Wald nahe Kiew gebracht. Er habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Sodann habe man sie in einer Garage eingesperrt, wo die beiden 10 bis 11 Stunden verbracht hätten. Danach, so berichtet Luzenko weiter, habe man ihn etwa eine Stunde mit dem Auto zu einem abgelegenen Ort gefahren. Mit einer Tüte auf dem Kopf habe er sich mit der Stirn gegen einen Baum lehnen müssen. Die Entführer hätten ihn aufgefordert ein Gebet zu sprechen. Unnötig zu sagen, welche Gedanken Luzenko bei dieser Scheinhinrichtung durch den Kopf gingen. Während er glaubte, sein letztes Gebet zu sprechen, hätten sich seine Peiniger aus dem Staub gemacht.

Flattr this!