Ukrainische Medien befürchten „Russische Machtübernahme“ auf der Krim

Ukrainische Medien befürchten „Russische Machtübernahme“ auf der Krim

In Sewastopol, der größten Stadt der mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnten Krim, versammelt sich derzeit der Stadtrat zu einer außerordentlichen Sitzung. Er kommt damit einer Forderung prorussischer Demonstranten nach, die gestern auf einer Großkundgebung den Unternehmer Aleksej Tschaly zum Bürgermeister ausgerufen hat. Der Stadtrat, dessen Gebäude von Demonstranten umstellt sein soll, soll diesen „Beschluss“ nun durch sein Votum legitimieren.

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Sewastopol, das nicht Teil der Autonomen Republik Krim innerhalb der Ukraine ist, wird als regierungsunmittelbare Stadt regiert. Statt eines Bürgermeisters gibt es seit 1992 einen Verwaltungvorsitzenden, der nicht gewählt, sondern per Erlass vom ukrainischen Präsidenten ernannt wird. Das 2011 von Präsident Janukowytsch ernannte Stadtoberhaupt, der gebürtige Dinpropetrowsker Wolodymyr Jazuba, erklärte heute seinen Rücktritt.

Der von den Demonstranten zum Bürgermeister gekürte Aleksej Tschaly ist in Sewastopol geboren, soll aber einen russischen Pass haben. Fragen nach seiner Staatsangehörigkeit ließ er selbst bislang unbeantwortet. Der Journalist Andrej Janizki überschreibt angesichts der Lage seinen Artikel auf der Seite LB.ua so: „Russland übernimmt die Macht in Sewastopol“. In anderen Medien wird über russische Truppenbewegungen in Sewastopol spekuliert. Moskaus Schwarzmeerflotte unterhält ihren Heimathafen in Sewastopol.

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