Krim-Referendum: erste Berichte über Unregelmäßigkeiten

Krim-Referendum: erste Berichte über Unregelmäßigkeiten

Ukrainische Medien bringen erste Berichte über Unregelmäßigkeiten beim auf der Krim laufenden Referendum über den Anschluss an Russland.

Karte der Krim

Karte der Krim
(Quelle: WikiCommons / Chumwa)

So sollen auch russische Staatsbürger, die in den Wählerlisten nicht verzeichnet sind, an der Abstimmung teilnehmen dürfen. Die russische Journalistin Jekaterina Sergazkowa, die in Simferopol lebt, berichtet von ihrem Urnengang: „Ich, russische Staatsbürgerin und in Simferopol gemeldet, erhielt meinen Stimmzettel mit den Worten: „Na, da Sie hier wohnen, heißt das, sie können abstimmen“. Als sie mich in den Listen nicht finden konnte, hat das Tantchen einfach meinen Namen in eine neue Liste eingetragen.“

Die Nachrichtenseite Ukrajinska Prawda veröffentlichte ein Video, auf dem zu sehen sein soll, wie Leute, die nicht am Referendum teilnehmen wollen, Besuch von Miliz und Mitarbeitern der Wahlkommission erhalten und aufgefordert werden, abzustimmen. Das Video zeigt, wie direkt auf der Straße die Stimme entgegengenommen wird.

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In den kremltreuen Medien wird indes über eine „beispiellose Wahlbeteiligung“ gejubelt. Die Krimtataren hatten dagegen im Vorfeld zum Boykott des Referendums aufgerufen. In Gegenden, in denen sie einen hohen Anteil der Bevölkerung stellen, so etwa um Bachtschyssaraj, findet die Abstimmung Berichten zufolge gar nicht statt. Es hatten sich einfach nicht genügend Freiwillige gefunden, um Wahlvorstände zu bilden.

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