Sberbank-Chef German Gref übt scharfe Kritik an russischer Wirtschaftspolitik

Sberbank-Chef German Gref übt scharfe Kritik an russischer Wirtschaftspolitik

Bei einem Auftritt auf dem von der Großbank VTB veranstalteten Investorenforum „Russia Calling!“ am Donnerstag hat der Vorstandsvorsitzende der Sberbank die Politik der russischen Regierung scharf kritisiert. German Gref warnte davor, Russland drohe der wirtschaftliche Kollaps wie einst der Sowjetunion.

Als einen der Hauptgründe für die schwierige wirtschaftliche Lage sieht der 50-jährige das mangelnde Verständnis für das, was in der Wirtschaft vor sich gehe. In diesem Sinne, so Gref, gleiche die Situation jener der Sowjetunion, deren Führung die Gesetze der Ökonomie schlicht nicht verstanden und ignoriert habe. Der ehemalige Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel mahnte eine radikale Verbesserung der Regierungsqualität an. Man könne die Menschen nicht „mit dem GULAG motivieren wie in der Sowjetunion“.

German Gref

Sberbank-Chef German Gref 2009 in Davos
(Quelle: World Economic Forum)

Drei Billionen Rubel – etwa 60 Milliarden Euro – seien in staatlichen Wirtschaftsprogrammen verpufft, die keine signifikanten Ergebnisse gebracht hätten. Das Problem sei, dass ohnehin niemand daran glaube, es werde auf diese Weise etwas Effektives geschaffen. Wie es sich für einen Mann der Wirtschaft gehört, wies der aus einer russlanddeutschen Familie stammende Gref auf zu hohe Belastungen von Seiten des Staates hin. Steuererhöhungen hätten der Wirtschaft zuletzt stark zugesetzt. Grefs sarkastisches Fazit: der beliebteste Antrag sei unter russischen Wirtschaftsleuten heute nicht mehr der auf Zulassung eines neuen Unternehmens, sondern der auf eine Aufenthaltsgenehmigung im Ausland.

Quelle: GRANI.ru

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