Russischer Experte: Wahlergebnisse in Separatistengebiet komplett erfunden

Russischer Experte: Wahlergebnisse in Separatistengebiet komplett erfunden

Am 2. November haben die Separatistengebiete im Osten der Ukraine bekanntlich Wahlen abgehalten, in denen die „Republikoberhäupter“ und die Zusammensetzung der Parlamente bestimmt wurden. Der russische „Wahlgeograph“ Alexander Kirejew behauptet, anhand des offiziellen Ergebnisses in der sogenannten „Donezker Volksrepublik“ nachweisen zu können, dass dieses schlicht am grünen Tisch zustandegekommen ist und nicht etwa durch Zählen der Wählerstimmen – wie allgemein üblich. Und seine Argumentation ist schlüssig. Es fällt nämlich auf, dass jeder Kandidat und auch jede Partei ein exakt bis zur zweiten Nachkommastelle genaues Ergebnis erzielte. Rundet man auf, so steht an der dritten und vierten Nachkommastelle stets eine Null und manchmal auch noch an der fünften Nachkommastelle –

  • Wähler in einem Abstimmungslokal in Donezk, 2. November 2014

    Wahllokal in Donezk, 2. November 2014
    (Quelle: Wikimedia Commons / Andrew Butko)

    bei der Wahl des „Republikoberhaupts“:
    Alexander Sachartschenko: 78,93000%, 765.340 Stimmen
    Alexander Kofman: 11,4400%, 111.024 St.
    Juri Siwokonenko: 9,6200%, 93.280 St. von insgesamt 969.644 gültigen Stimmen

  • bei der Wahl zum „Volksrat“:
    Partei „Donezker Republik“: 68,3500%, 662.752 St.
    Partei „Freier Donbass“: 31,6500%, 306.892 St. von insgesamt 969.644 gültigen Stimmen
  • und sogar bei der Feststellung der ungültigen Stimmen trifft das Schema zu:
    ungültig waren 43039 von 1.012.683 oder 4,25000%

Statistiker Kirejew schließt daraus: Hier wurden zuerst die Prozentzahlen festgesetzt – bis auf die zweite Nachkommastelle versteht sich – und dann wurden daraus die entsprechende Stimmenzahlen errechnet. Einleuchtend, denn dass der Zufall bei allen sechs angeführten Ergebnissen für eine Punktlandung auf die zweite Nachkommastelle gesorgt haben könnte, ist schlicht undenkbar.

Schon im Mai hatte Kirejew in seinem Blog Ähnliches über das „Unabhängigkeitsreferendum“ in der „Lugansker Volksrepublik“ geschrieben. Dem offiziellen Ergebnis zufolge stimmten dort 96,2000% für die Unabhängigkeit von der Ukraine und die Wahlbeteiligung lag bei verblüffend glatten 75,2000%.

Quelle: LiveJournal Alexander Kirejew

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