Bloomberg: Russlands Oligarchen besorgt über Putins Ukraine-Kurs

Bloomberg: Russlands Oligarchen besorgt über Putins Ukraine-Kurs

Reich geworden dank seiner Nähe zum Kreml: Oligarch Arkadi Rotenberg

Reich geworden dank seiner Nähe zum Kreml: Oligarch Arkadi Rotenberg
(Quelle: www.kremlin.ru)

Die von den Sanktionen und dem niedrigen Ölpreis verursachte Wirtschaftskrise kostet die russischen Oligarchen Zig Milliarden Dollar. Angesichts der neuerlichen Eskalation in der Ukraine wächst in Moskaus Elite daher die Besorgnis über Präsident Putins anhaltenden Konfrontationskurs. Das berichten Korrespondenten der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem am Freitag erschienenen Artikel.

So hätten die 21 wohlhabendsten Russen mittlerweile insgesamt 61 Milliarden US-Dollar oder durchschnittlich ein Viertel ihres Vermögens verloren. Dennoch werde der verständliche Unmut über die Ukraine-Politik des Kreml nur selten geäußert. Denn die Oligarchen wüssten, dass ihre wirtschaftliche Existenz vom Wohlwollen des Präsidenten abhänge. Der Fall des faktisch enteigneten, ehemaligen Baschneft-Chefs Wladimir Jewtuschenkow habe dies noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Zudem seien einige der Oligarchen, wie z. B. die Brüder Boris und Arkadi Rotenberg, ohnehin nur durch ihre Nähe zu Putin überhaupt reich geworden.

Putin seinerseits, so die Journalisten, schotte sich immer mehr von der Wirtschaftselite ab. Deren vereinzelt doch vorgetragenen Bitten, für ein Ende des Konflikts in der Ukraine zu sorgen, würden brüsk zurückgewiesen. Der Kreis der Vertrauten des russischen Präsidenten sei in den vergangenen Monaten deutlich kleiner geworden. Mit dem Ausschluss zahlreicher Wirtschaftsvertreter seien nunmehr nur noch Männer aus dem staatlichen Sicherheits- und Verteidigungsapparat – die sogenannten Silowiki – übrig, die für eine Unterstützung der ostukrainischen Separatisten eintreten.

Dem Artikel liegen Interviews mit russischen Experten zugrunde. Um Stellungnahme gebetene Oligarchen lehnten entweder ab oder beteuerten, von einer kritischen Einstellung gegenüber der Ukraine-Politik des Kreml könne keine Rede sein.

Quelle: Bloomberg

Flattr this!