Pressebericht: Proteststimmung in den russischen Regionen steigt

Pressebericht: Proteststimmung in den russischen Regionen steigt

Laut einem Bericht der russischen Zeitung Nowyje Iswestija steigt die Proteststimmung in den russischen Regionen, vor allem Sibiriens und des Uralgebiets, derzeit an. Die Zeitung beruft sich dabei auf Aussagen eines Soziologen der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die Entwicklung sei demnach als direkte Folge der sich verschlechternden Wirtschaftslage zu betrachten. So sei eine bedeutende Zahl von Bürgern zusätzlich zum unaufhaltsamen Anstieg der Preise mit sinkenden Einnahmen oder dem Verlust ihrer Arbeitsstelle konfrontiert. Auf Kundgebungen würden die Bürger jedoch schon nicht mehr nur ökonomische, sondern auch politische Forderungen stellen.

Demonstration in Moskau 2011

Demonstration in Moskau 2011
(Quelle: Wikimedia Commons / Dmitri A. Mottl)

Als Beispiele nennt der Bericht etwa Proteste gegen steigende Preise und durch die Wirtschaftslage bedingten Leistungskürzungen im Gebiet Pensa. In der Gebietshauptstadt hätten so etwa 2.000 Demonstranten den Rücktritt der russischen Regierung gefordert. In der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude in Sibirien seien Proteste für eine faire Wahl des örtlichen Universitätsrektors in Proteste gegen die Regionalregierung umgeschlagen. Etwa 3.500 Menschen forderten in Moskau staatliche Hilfen für Schuldner mit Devisenkrediten, die durch den rasanten Wertverfall des Rubels in Schwierigkeiten geraten sind.

Mit den Gegenmaßnahmen der russischen Regierung geht der Zeitungsbericht hart ins Gericht und stützt sich dabei wiederum auf die Aussagen eines Mitglieds der Akademie der Wissenschaften. Moskaus Maßnahmenplan sei demnach gar nicht mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet. Positive Auswirkungen des Ersetzens bislang importierter Waren durch Waren aus einheimischer Produktion seien bislang nicht zu erkennen – trotz gegenteiliger Prophezeiungen der Regierung.

Quelle: Nowyje Iswestija

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