Umfrage in Russland: Westen unbeliebt wie nie

Umfrage in Russland: Westen unbeliebt wie nie

Die Ukraine-Krise treibt die Antipathie gegen den Westen in Russland auf historische Höchststände. Das ergab eine Umfrage des unabhängigen russischen Forschungsinstituts Lewada-Zentr. Satte 81% der Befragten bewerteten dabei die USA negativ – vor einem Jahr waren es nur 44%. 42% bezeichneten die Beziehungen zwischen Russland und den USA als feindselig, ein Jahr zuvor nur 4%. Auch um das Ansehen der Europäischen Union steht es in Russland schlecht. 71% bewerteten den Staatenbund negativ – zuvor nur 24% – und heute 24% die Beziehungen Russlands zur EU als feindselig – vor einem Jahr war es 1% der Befragten.

AntiamerikanismusNicht ganz so düster sieht es bei den Antworten auf die Frage, wie man sich nun gegenüber dem Westen verhalten solle, aus. Denn mit 40% der Befragten sprach sich eine knappe Mehrheit dafür aus, die Beziehungen zu festigen bzw. zu verbessern. 36% hielten es dagegen für angebrachter, auf Distanz zum Westen zu gehen.

Bemerkenswert ist der massive Ansehensverlust der Europäischen Union. Nach Ansicht des Politologen Alexej Makarkin hängt dieser nur bedingt mit der Ukraine-Krise zusammen. Früher habe man den Westen traditionell in „schlechte“ Amerikaner und „gute“ Europäer eingeteilt. Dies habe sich in den vergangenen Jahren geändert. Hier setzt sich das Bild vom „dekadenten Westen“ durch, der seine traditionellen Werte aufgibt. Hoffnungen, dass die Meinung der Russen über die Europäer nach einer Beilegung des Konflikts in der Ostukraine rasch besser werden könnte, sieht Makarkin deshalb skeptisch.

Quelle: Wedomosti

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