Nach Morddrohung: Xenia Sobtschak verlässt Russland

Nach Morddrohung: Xenia Sobtschak verlässt Russland

Die Journalistin Xenia Sobtschak hat Russland laut Medienberichten verlassen. Zuvor waren nach dem Mord an dem Oppositionspolitiker Boris Nemzow Gerüchte aufgekommen, es gebe eine „Erschießungsliste“, auf der unter anderem auch die Fernsehmoderatorin verzeichnet sei. Sobtschak hatte daraufhin ebenso wie der Chefredakteur des Radiosenders Echo Moskwy, Alexei Wenediktow, ihren Personenschutz verstärkt.

Xenia Sobtschak als Vertreterin des Fernsehsenders Doschd bei Putins großer Pressekonferenz 2014

Xenia Sobtschak als Vertreterin des Fernsehsenders Doschd bei Putins großer Pressekonferenz 2014
(Quelle: kremlin.ru)

Die 33-jährige hatte zuvor berichtet, dass ihr gegenüber am Tag der Trauerfeier für Boris Nemzow ein Unbekannter eine Morddrohung ausgesprochen habe. Als sie das Sacharow-Zentrum, in dem die Verabschiedungszeremonie stattfand, verließ, sei ein Mann auf sie und Wenediktow zugekommen und habe gesagt: „Denken Sie dran: Sie sind die Nächste, Xenia.“

Auf der ominösen Todesliste, auf die die Ermittler im Fall Nemzow gestoßen sein sollen, steht angeblich neben Nemzow, Sobtschak und Wenediktow auch der im Exil lebende Michail Chodorkowski. Staatspräsident Putin soll über die Liste informiert worden sein. Sein Sprecher Dmitri Peskow erklärte entsprechende Meldungen indes für „Unfug“.

Xenia Sobtschak ist die Tochter des früheren Petersburger Bürgermeisters Anatoli Sobtschak, der als politischer Ziehvater Wladimir Putins gilt. Während sie zunächst als Moderatorin seichter TV-Unterhaltungsproduktionen eher belächelt und bisweilen als „russisches It-Girl“ bezeichnet wurde, hat sie sich in den vergangenen Jahren als seriöse Fernsehjournalistin einen Namen gemacht. Sie arbeitet für den unabhängigen TV-Kanal Doschd und wurde kürzlich zur Chefredakteurin der russischen Ausgabe von L’Officiel berufen. Bei den Oppositionskundgebungen ab 2011 trat sie als Rednerin auf.

Wo im Ausland sich Sobtschak aufhält, ist nicht bekannt. Von einem dauerhaften Exil ist jedoch nicht die Rede.

Quelle: NEWSru.com

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