Ukraine: Ehemaliger Abgeordneter der Janukowytsch-Partei erschossen

Ukraine: Ehemaliger Abgeordneter der Janukowytsch-Partei erschossen

Ein weiterer Todesfall eines Vertreters des im letzten Jahr gestürzten Janukowytsch-Regimes wird aus der Ukraine gemeldet. Im Wohngebiet Wynohradar am Nordwestrand der Hauptstadt wurde der Politiker Oleh Kalaschnykow am Mittwochabend vor seiner Wohnungstür erschossen.

Abgeordnete des ukrainischen Parlaments

Abgeordnete der Werchowna Rada
(Quelle: Wikimedia Commons / Krupskiy)

Ein Verwandter Kalaschnykows informierte ukrainische Medien über den Mord. Er berichtete außerdem, der ehemalige Abgeordnete von Janukowytschs Partei der Regionen sei in letzter Zeit bedroht worden. Grund seien die politischen Ansichten des 53-Jährigen gewesen, so z. B. sein Aufruf, den 70. Jahrestag des Kriegsendes groß zu feiern.

Kalaschnykow wurde in den letzten Wochen beschuldigt, an der Organisation von Schlägertrupps beteiligt gewesen zu sein, die zur Zeit des Euromaidan friedliche Demonstranten verprügelt haben und auch für Morde verantwortlich sein sollen.

Neben diesen Anschuldigungen prüften die ukrainischen Behörden auch Kalaschnykows Postings in sozialen Netzwerken darauf, ob sie eine „Gefahr für die nationale Sicherheit“ darstellten. Eine Abgeordnete der derzeitigen Regierungskoalition hatte zuvor Generalstaatsanwaltschaft und Verfassungsschutz darauf hingewiesen, dass der Politiker dort zu Separatismus und einem gewaltsamen Sturz der Regierung aufrufe. Eine Befragung des Politikers stand laut Medienberichten unmittelbar bevor.

Die Strafverfolgungsbehörden erklärten inzwischen, im Mordfall Kalaschnykow werde in alle Richtungen ermittelt. Neben einem möglichen politischen Motiv werde man u. a. auch die wirtschaftliche Situation und die persцnlichen Beziehungen des Opfers als nicht auszuschließende Hintergrьnde der Tat untersuchen.

In den vergangenen Monaten auffällig viele Vertreter des gestürzten Janukowytsch-Regimes in der Ukraine Selbstmord begangen. Spekulationen schossen daraufhin ins Kraut. So hieß es aus Oppositionskreisen, die neue ukrainische Regierung wolle in Stalinscher Manier Rache an ihren politischen Gegnern nehmen. Die Gegenseite verweist ihrerseits darauf, dass gegen die Opfer der Selbstmordserie jeweils Ermittlungen wegen ihrer Verbrechen während der Janukowytsch-Zeit liefen und ihnen teils lange Haftstrafen drohten. Die Selbsttötungen seien somit plausibel.

Quellen: LB.ua

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