Ukraine verweigert ausländischen Touristen Zutritt zur Krim

Ukraine verweigert ausländischen Touristen Zutritt zur Krim

Die ukrainische Regierung ließ in der letzten Woche verlautbaren, dass sie Ausländern, die aus touristischen Gründen die Krim besuchen möchten, keine „Betretenserlaubnis“ für die von Russland annektierte Halbinsel erteilt. Der Besuch des umstrittenen Territoriums ohne ein solches Dokument – z. B. von Russland aus – ist nach ukrainischem Recht strafbar.

Krim: Strand von Koktebel

Auf legalem Weg für ausländische Touristen nicht mehr zu erreichen: der Strand von Koktebel
(Quelle: Wikimedia Commons / Tiia Monto)

Die Genehmigung zur Einreise werde nur bewilligt, wenn nahe Verwandte des Antragstellers auf der Krim leben, sich dort Grabstätten von nahen Verwandten befinden oder im Todesfall eines dort lebenden nahen Verwandten, sowie wenn der Antragsteller Eigentumsrechte auf der Krim wahrnimmt. Diese Beschränkungen gelten nicht für Reisen in diplomatischer Funktion oder Reisen, die nach Ansicht des ukrainischen Außenministeriums dem Schutz ukrainischer Interessen dienen.

Für die eigenen Bürger hat Kiew übrigens das Recht, die Krim zu besuchen, nicht eingeschränkt. Und laut russischer Krimregierung machen im ersten Jahr nach der Annexion schon wieder zahlreiche Ukrainer davon Gebrauch, was in ukrainischen Medien jedoch angezweifelt wird.

Für Ausländer, einschließlich Russen, die keine der genannten Bedingungen erfüllen, gibt es somit jedoch keine nach ukrainischem Recht legale Möglichkeit mehr, auf die Krim zu reisen. Erst Ende Juni hatte die russische Verbraucherschutzorganisation OSPP für Aufsehen gesorgt, als sie ihre Landsleute in einer Broschüre warnte, unter Umgehung der Ukraine auf die annektierte Krim zu reisen. Als mögliche Folge wurde eine strafrechtliche Verfolgung durch die ukrainischen Behörden samt internationalem Haftbefehl genannt.

Wahrzeichen der Krim: das Schwalbennest
(Quelle: Wikimedia Commons / A. Savin)

Die Ukraine geht mit ihren Regelungen zur Einreise in die „vorübergehend besetzten Gebiete“ rigider vor als etwa Georgien, das sich seit der Abspaltung Abchasiens und Südossetiens in einer vergleichbaren Situation befindet. Tiflis erlaubt ausländischen Touristen, wenn auch widerwillig und erst nach eingehender Befragung an der Grenze, die Einreise über den Checkpoint Enguri nach Abchasien. Die Einreise nach Abchasien und Südossetien von Russland aus wird auch in Georgien strafrechtlich verfolgt.

Auch von Seiten der Europäischen Union unterliegt der Krim-Tourismus Einschränkungen. Die Sanktionsbestimmungen verbieten innerhalb der Union den Verkauf von touristischen Produkten wie Pauschalreisen oder Hotelbuchungen. Europäische Kreuzfahrtschiffe dürfen außerdem keine Häfen auf der Krim mehr anlaufen.

Quelle: UNIAN

Flattr this!