Wirtschaftskrise: Russische Reallöhne sinken 8. Monat in Folge

Wirtschaftskrise: Russische Reallöhne sinken 8. Monat in Folge

Laut einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg sind die Reallöhne in Russland im Monat Juni erneut – und damit den achten Monat in Folge – gefallen. Zudem sei das Tempo, in dem die realen Einkommen der russischen Haushalte nachgeben, in den 15 Jahren unter Wladimir Putin nie so hoch wie in den vergangenen Monaten gewesen. Die dadurch sinkende Kaufkraft der Verbraucher hat direkte Auswirkungen auf den Binnenmarkt. Beim Umsatz des Einzelhandels ist so aktuell ein Rückgang von 8,9% im Vergleich zum Vorjahr festzustellen.

Von Bloomberg zitierte Experten sehen zudem eine bedeutende Kursänderung in der Wirtschaftspolitik. Die Freigabe des Rubelkurses Ende 2014 sei Ausdruck der Abkehr von einem konsumorientierten Wachstumsmodell. So wurden den Verbrauchern die durch die Rubel-Abwertung verursachten Verluste nicht ersetzt. Stattdessen gebe der Staat Geld aus, um direkt die Industrie zu unterstützen. Wohl auch aus politischen Gründen hat dabei für Präsident Putin unter anderem die Rüstungsindustrie Priorität.

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In der vorangegangenen Krise in den Jahren 2008 und 2009 stützte der Kreml die russischen Haushaltseinkommen. Heute sind solche Subventionen praktisch nicht existent. Diese Vernachlässigung der Nachfrageseite hat jedoch eine Abwärtsspirale zur Folge: Die sinkende Nachfrage führt zu einem Rückgang der Industrieproduktion. Wodurch wiederum die Haushaltseinkommen sinken und die Nachfrage noch weiter zurückgeht. Angesichts dessen könnte die Krise noch Jahre andauern.

Quelle: Bloomberg

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