EU: keine Visa-Sanktionen gegen russische Krim-Touristen

EU: keine Visa-Sanktionen gegen russische Krim-Touristen

Ein Besuch auf der okkupierten Halbinsel Krim hat für russische Touristen keine negativen Folgen bei der Vergabe eines Schengen-Visums. Das berichtete die russische Zeitung „Kommersant“ am Freitag und beruft sich dabei auf eine Quelle in Brüssel. Alle Sanktionen, so er Informant, seien öffentlich gemacht worden. Russische Besucher der Krim seien in jedem Fall nicht davon betroffen.

Karte der Krim

Karte der Krim
(Quelle: WikiCommons / Chumwa)

Zuvor hatte der ukrainische Regierungsbeamte Olexandr Lijew in einem Interview mit dem US-Auslandssender Radio Liberty erklärt, die ukrainische Regierung wolle Listen mit den Namen von „Grenzverletzern“ erstellen. Nach ukrainischem Recht gilt jede Reise auf die Krim, die nicht über einen von ukrainischen Beamten kontrollierten Grenzübergang erfolgt, als illegale Einreise in die Ukraine. Dies träfe auf sämtliche Touristen vom russischen Festland zu, die praktisch ausnahmslos per Flug oder Fährüberfahrt von Russland aus auf die Krim gelangen. Besagte Listen, so der Beamte, sollten dann an die diplomatischen Vertretungen der EU übergeben werden, damit „diesen Personen die Schengen-Visa entzogen werden“.

Im Juni hatte bereits die russische Verbraucherschutzorganisation OSPP für Aufsehen gesorgt, als sie russische Bürger vor Reisen auf die Krim warnte. Als mögliche Folgen wurde Strafverfolgung durch ukrainische Behörden sowie Probleme bei der Beantragung von Schengen-Visa genannt. Das ukrainische Strafrecht sieht für das Delikt des illegalen Grenzübertritts bis zu acht Jahren Haft vor.

Quelle: Kommersant

Flattr this!