Sanktionen: USA wollen russischen Firmen den Geldhahn zudrehen

Sanktionen: USA wollen russischen Firmen den Geldhahn zudrehen

In den USA gibt es Pläne, die Finanzsanktionen gegen russische Firmen zu verschärfen. Das meldet die Londoner Times unter Berufung auf eine „hochrangige Quelle in Washington“. Ziel sei es demnach, die sanktionierten Unternehmen praktisch vom westlichen Kapitalmarkt auszusperren.

Wir haben klar zu verstehen gegeben, dass die Sanktionen in Kraft bleiben, solange die Minsker Vereinbarungen nicht vollständig umgesetzt werden. Aber wir haben auch zu verstehen gegeben, dass wir bereit sind, im Falle einer Eskalation der Gewalt den Druck auf Russland zu verstärken - Victoria Nuland, Assistant Secretary of State for European and Eurasian Affairs

Wir haben zu verstehen gegeben, dass wir bereit sind, im Falle einer Eskalation der Gewalt den Druck auf Russland zu verstärken – Victoria Nuland, Assistant Secretary of State for European and Eurasian Affairs
(Quelle: flickr.com / U.S. Embassy Moldova)

Der Verkauf von Anleihen, der für die Beschaffung von Kapital große Bedeutung hat, soll praktisch unmöglich gemacht werden, indem für Finanzgeschäfte eine maximale Laufzeit von einer Woche festgelegt wird. Für die Unternehmen heißt dies, dass sie ihr Kredite praktisch wöchentlich erneuern müssten.

Betroffen sind Firmen von Oligarchen aus dem Dunstkreis Präsident Putins, wie z. B. die auch in Westeuropa im Endkundengeschäft tätigen Banken VTB und Sberbank. „Mal sehen, wie Putins Freunde darauf reagieren.“ zitiert die Times ihren Informanten in den USA.

Wollte Moskau diese drastische Verschärfung der Finanzsanktionen verhindern, müsste es für die Einhaltung der Vereinbarungen von Minsk II durch die ostukrainischen Separatisten sorgen. Jedoch scheinen die Zeichen im Moment wieder auf Eskalation zu stehen. So behauptete der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vergangene Woche, Russland ziehe derzeit in „Rekordmaß“ Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammen. Auch der russische Militärexperte Pawel Felgenhauer erklärte in einem Interview mit der Online-Zeitung Ukrajinska Prawda, Russland plane vermutlich eine Sommeroffensive.

Neue Sanktionen wurden für diesen Fall auch schon öffentlich angekündigt. So erklärte Victoria Nuland vergangenen Freitag in der ukrainischen Polittalkshow „Schuster Live“, man habe Moskau eine Verschärfung der Sanktionen zugesichert, sollte die Gewalt in der Ostukraine eskalieren. Nuland ist Leiterin des Referats für „europäische und eurasische Angelegenheiten“ im US-Außenministerium.

Quellen: NEWSru.com, The Times

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