Umfrage: Russen unterstützen Syrien-Einsatz und fürchten afghanisches Szenario

Umfrage: Russen unterstützen Syrien-Einsatz und fürchten afghanisches Szenario

Eine Mehrheit der russischen Bevölkerung befürwortet den im Westen umstrittenen Einsatz der russischen Armee in Syrien. Das ergab eine Umfrage des als regierungsunabhängig geltenden Levada Center. Satte 72% der Befragten äußerten sich positiv zum „Kampf Russlands gegen den Islamischen Staat in Syrien“, um den es ja laut Darstellung des Kreml bei dem Einsatz geht. Negativ äußerten sich zu der Militärintervention nur 14% der 1.600 Bürger aus 46 russischen Regionen, die vom 2. bis 5. Oktober befragt wurden.

Russischer Jet in Latakia, Syrien

Russischer Jet in Latakia, Syrien
(Quelle: Mil.ru)

47% sind zudem der Meinung Russland, solle konkret Syriens Präsident Baschar al-Assad in seinem Kampf „mit dem Islamischen Staat und der syrischen Opposition“ unterstützen. 28% finden, ihr Land solle sich nicht in diese militärischen Konflikte einmischen. Nur 8% sind hingegen dafür, dass sich Russland der „westlichen Koalition im Kampf gegen IS und das Assad-Regime“ anschließen sollte.

Bei aller Unterstützung gibt es offenbar auch ein Bewusstsein für die möglichen Risiken. So halten es 39% für wahrscheinlich, dass sich die Militärintervention in Syrien zu einem „neuen Afghanistan“ für Russland auswachsen könnte. 7% sind sich sicher, dass es eben dazu kommen wird. 32% halten es für unwahrscheinlich, 6% schließen eine solche Entwicklung gänzlich aus.

Sowjetische Soldaten in Afghanistan, Februar 1988

Sowjetische Soldaten in Afghanistan, Februar 1988
(Quelle: RIA Novosti archive, image #827836 / A. Solomonov / CC-BY-SA 3.0)

Noch im September hatte eine Umfrage des gleichen Instituts ergeben, dass eine große Mehrheit von 69% der Russen gegen die Entsendung von Truppen nach Syrien ist. Dabei wird in den Medien jetzt immer häufiger die Vermutung geäußert, der Kreml könnte eine Bodenoffensive in Syrien planen. Sollte sich dies bewahrheiten bleibt zu beobachten, wie sich die Stimmung in der russischen Bevölkerung bei einem – möglicherweise verlustreichen – Bodeneinsatz entwickelt. Der langwierige, letztlich erfolglose Einsatz der Sowjetarmee in Afghanistan hatte in den 1980er Jahren dazu geführt, dass das Vertrauen der Bürger in die Staatsführung weiter abnahm. Historiker sehen dies als einen Faktor, der letztlich den Niedergang des Sowjetregimes beschleunigte.

Quelle: NEWSru.com, NEWSru.com

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