Wegen Zeigen des alten weißrussischen Staatswappens: Fußballfans in Baryssau festgenommen

Wegen Zeigen des alten weißrussischen Staatswappens: Fußballfans in Baryssau festgenommen

Drei Fußballfans wurden am Montag beim EM-Qualifikationsspiel Weißrussland gegen Mazedonien in Baryssau festgenommen. Grund dafür war offenbar das Tragen von Fanschals, auf denen die Pahonja, das weißrussische Staatswappen der Vor-Lukaschenko-Zeit, abgebildet ist. Smizer Chwedaruk, einer der drei, berichtete darüber in der Zeitung Nascha Niwa.

PahonjaZunächst wurde Chwedaruk aufgefordert, seinen Schal abzunehmen und an der Garderobe abzugeben. Als er sich weigerte und darauf hinwies, dass das Symbol in mehreren Wappen von Regionen und Städten Weißrusslands enthalten und keineswegs verboten sei, wurden er und die beiden anderen jungen Männer festgenommen.

Auf der Polizeiwache hielt man den Fußballfans vor, sie hätten „faschistische Symbolik“ gezeigt. Ob sie denn wollten, dass es so wird wie in der Ukraine, „wo die Banderowzy Kinder fressen“, wurden sie von den Polizisten gefragt.

Nachdem man sie noch den ganzen folgenden Tag festgehalten hatte, wurden die jungen Männer wegen „minderschweren Rowdytums“ zu einer Geldstrafe von 1,8 Millionen Weißrussischen Rubeln (etwa 90€) verurteilt und auf freien Fuß gesetzt.

Das Spiel Weißrussland gegen Spanien hatte Chwedaruk – trotz gleichen Fanschals – noch unbehelligt besuchen können. Das Zeigen der Pahonja und der von ihr abgeleiteten weiß-rot-weißen Flagge, die in der Revolutionszeit um 1918 und zwischen 1991 und 1995 Nationalflagge war, gilt in Weißrussland heute als Bekenntnis zur Opposition gegen den autokratisch regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Quelle: Nascha Niwa

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