Zensur: Poroschenko wünscht keine Fotos von Shakehands mit Putin

Zensur: Poroschenko wünscht keine Fotos von Shakehands mit Putin

Wenn es nach Ukraines Präsident Petro Poroschenko geht, sollen seine Landsleute dieses Bild nicht zu sehen bekommen. Es zeigt ihn beim Händedruck mit Russlands Präsident Wladimir Putin am 2. Oktober 2015 in Paris. In der französischen Hauptstadt waren die beiden gemeinsam mit Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande zum Ukraine-Gipfel im sogenannten „Normandie-Format“ zusammengekommen.

Händedruck Putin Poroschenko

Paris, 2. Oktober 2015
(Quelle: Ministère des Affaires étrangères)

Wiktor Subryzkyj, ein ehemaliger Mitarbeiter des Kiewer Fernsehsenders 112 Ukrajina, berichtete gestern auf seiner Facebook-Seite darüber, dass das Umfeld des Präsidenten versucht habe, entsprechend Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Es habe einen „Schwall von Anrufen“ aus dem „Apparat des Präsidenten und von entsprechenden Diensten“ gegeben. Die Anrufer hätten darauf bestanden, dass es „unzulässig“ sei, Bilder vom Händedruck der beiden Präsidenten zu senden.

Anders als andere Medien ließ sich 112 Ukrajina jedoch nicht davon abbringen, seine journalistische Pflicht zu tun und schickte das Bild trotzdem über den Äther.

Am 16. Oktober ordnete ein ukrainisches Gericht im Rahmen eines Verfahrens wegen Geldwäsche eine Durchsuchung der Redaktionsräume an. Dabei wurden alle Computer und elektronischen Datenträger beschlagnahmt.

Für Subryzkyj kein Zufall, sondern direkte Folge des TV-Berichts über den Ukraine-Gipfel. Er schließt ebenso nicht aus, dass beim Besitzer des Senders, Andrij Podschtschypkow, demnächst die Handschellen klicken könnten.

Es sei zudem keineswegs das erste Mal gewesen, dass Poroschenko versucht hat, den Sender unter Druck zu setzen. Dazu schreibt Subryzkyj in seinem Facebook-Post: „Poroschenko hat über seine Helfershelfer seit April 2015 das gewöhnliche Arsenal eines Tyrannen genutzt: es wird mit der Eröffnung bzw. Schließung von Strafverfahren gedroht, es wird mit Lizenzentzug gedroht.“

Während es kaum verwundert, dass russische Medien Subryzkyjs Enthüllungen begierig aufgriffen, herrscht in der ukrainischen Presse größtenteils beredtes Schweigen.

Quelle: NEWSru.com, Facebook

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