Umfrage: Russen sehen kaum Erfolge im Kampf gegen die Korruption

Umfrage: Russen sehen kaum Erfolge im Kampf gegen die Korruption

Das Vertrauen der russischen Bevölkerung in die Fähigkeit des Staates, die grassierende Korruption im Lande zu bekämpfen, ist recht bescheiden. Diesen Schluss legen die Ergebnisse einer Umfrage des als kremlfreundlich geltenden Meinungsforschungsinstituts WZIOM nahe.

Die Soziologen stellten den Interviewten folgende Frage: „Die Führung des Landes spricht ständig von der Notwendigkeit des Kampfes gegen die Korruption. Sehen Sie im vergangenen Jahr Ergebnisse dieses Kampfes oder nicht?“ Gerade einmal 10% antworteten darauf: „Ja, es wird im Land viel für den Kampf mit der Korruption getan.“

Korruption38% wählten die Antwortmöglichkeit: „Es gibt Ergebnisse, aber sie sind nicht bedeutend.“ Ein Drittel (33%) meinte „Es gibt keine wirklichen Ergebnisse, alles bleibt wie es ist“ und 13% antwortete gar mit „Die Situation wird sogar noch schlimmer, die Korruption verstärkt sich nur.“

WZIOM hat diese Frage in den Jahren seit 2005 regelmäßig gestellt. Die in der Pressemeldung veröffentlichten historischen Ergebnisse zeigen, dass das Vertrauen der Russen in die staatliche Korruptionsbekämpfung nie besonders groß war.

Wobei im zeitlichen Vergleich eine, jedoch kaum bedeutsame, positive Entwicklung zu erkennen ist. So glaubten 2005 nur 3%, dass „viel für den Kampf gegen die Korruption getan wird“. Der Höchstwert bei dieser Antwortmöglichkeit wurde im März 2015 mit 11% erreicht.

Gefragt nach besonders korrupten Bereichen des täglichen Lebens, nannten bei der neuesten Umfrage 32% die Verkehrspolizei GIBDD, 21% die restliche Polizei und ebenso 21% den Gesundheitssektor.

Der Vorsitzende des kremlfreundlichen Fonds für die Entwicklung der Zivilgesellschaft (russ. „Fond raswitija graschdanskogo obschtschestwa“ – FoRGO) Konstantin Kostin erklärte in Anbetracht der Umfrageergebnisse: „Die Korruption kann man nicht vollständig besiegen. Korruption gab es in allen historischen Epochen. Die Aufgabe des Staates ist es, die Korruption auf ein seine Existenz nicht gefährdendes Niveau zu reduzieren.“

Es spricht jedoch einiges dafür, dass die Korruption immanenter Bestandteil des derzeitigen Regierungssystems in Russland ist – nicht zuletzt die immer wieder auch gegen die höchsten politischen Kreise erhobenen Korruptionsvorwürfe (wie etwa gegen Putins Sprecher Dmitri Peskow). Mit einer konsequenten Korruptionsbekämpfung würde das heutige russische Regime so seine Existenz eher gefährden als sie zu schützen.

Quellen: NEWSru.com, WZIOM

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