Weißrusse anderthalb Jahre nach homophober Attacke verstorben

Weißrusse anderthalb Jahre nach homophober Attacke verstorben

Weißrussische Medien meldeten gestern den Tod von Michail Pischtscheuski (russ. Pischtschewski), der am 25. Mai 2014 vor einem Minsker Klub, in dem eine Gay-Party stattfand, angegriffen worden war. Augenzeugen zufolge wurde er von einem Mann namens Dsmitry Lukaschewitsch halbtot geprügelt. Dieser hatte zuvor Freunde Pischtscheuskis als „Päderasten“ beschimpft. Als sich Pischtscheuski in die verbale Auseinandersetzung einmischte, schlug der ehemalige Sportlehrer unvermittelt auf ihn ein.

Mikhail Pishchewski

Michail Pischtscheuski vor dem Übergriff
(Quelle: www.gazetaby.com / Familienarchiv)

Die Ärzte stellten später einen Schädelbruch und Gehirnblutungen bei dem jungen Mann fest. Etwa 20% des Hirns mussten entfernt werden. Pischtscheuski war danach ein Pflegefall. Verwandte berichteten, dass er nicht mehr dauerhaft bei Bewusstsein war, künstlich ernährt wurde und an Dekubiti, Anfällen und Krämpfen litt.

Der Täter Dsmitry Lukaschewitsch wurde am 16. Oktober 2014 zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Schwulenhass sah das Gericht jedoch nicht als erwiesenes Motiv an. Stattdessen war von „Fahrlässigkeit“ Lukaschewitschs die Rede, der zudem nicht mal ein Jahr seiner Haftstrafe absaß. Er kam in den Genuß einer Amnestie und wurde vorzeitig auf freien Fuß gesetzt.

LGBT-Aktivist in Petersburger Metro zusammengeschlagen

Gestern wurde noch ein weiterer Fall von homophober Gewalt bekannt. Der LGBT-Aktivist Dante Teodori berichtete auf Facebook, dass er in der St. Petersburger U-Bahn von einem jungen Mann verprügelt wurde. Dem Angreifer passte offenbar sein Regenbogen-Schal nicht. Teodori musste sich wegen der erlittenen Verletzungen im Gesicht ärztlich behandeln lassen. Seine Freunde riefen zu einer Solidaritätsaktion auf. Alle, die ein Zeichen gegen Homophobie setzen wollen, sollen sich in den Petersburger Straßen mit dem Regenbogen-Symbol fotografieren zu lassen.

Quellen: Belorusski Partisan, Newskije Nowosti

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