Russlands teuerste Manager: Gazprom-Chef auf Platz 1 der Forbes-Liste

Russlands teuerste Manager: Gazprom-Chef auf Platz 1 der Forbes-Liste

Die Zeitschrift Forbes hat ein Ranking der aktuellen Top-Verdiener unter Russlands Managern veröffentlicht. Unter den Top 3 sind zwei treue Weggefährten des Kremlchefs, die ihre Karriere im kapitalistischen Russland wie er in der Petersburger Stadtverwaltung begonnen haben. Spitzenreiter ist erstmals Gazprom-Chef Alexei Miller, der 2014 etwa 27 Millionen Dollar verdiente. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte er sich damit um 2 Millionen und rückt erstmals auf Platz 1.

Alexei Miller

Nummer 1 der Top-Verdiener: Gazprom-Chef Alexei Miller
(Quelle: www.kremlin.ru)

Der 53-jährige Petersburger ist ein alter Bekannter von Russlands Präsident Wladimir Putin: In der ersten Hälfte der 1990er Jahre arbeitete Miller, der aus einer deutschstämmigen Familie kommt, in der Petersburger Stadtverwaltung. Sein Vorgesetzter im städtischen Komitee für Außenbeziehungen war kein geringerer als Putin selbst. Als dieser im Jahr 2000 sein Amt im Kreml antrat, machte er ihn zunächst zum stellvertretenden Energie-Minister und sicherte seinem früheren Mitarbeiter sodann den Aufstieg zum Gazprom-Chef. Millers Aufgabe war es, den Einfluss Putins auf den Staatskonzern sicherzustellen.

Andrei Kostin, Vorstandsvorsitzender der Bank VTB rutscht von Spitzenplatz auf Platz 2 mit „nur noch“ 21 Millionen Dollar. 2014 hatte der Banker noch satte 37 Millionen nach Hause gebracht.

Platz 3 belegt in diesem Jahr Igor Setschin, der Chef von Rosneft mit 17,5 Millionen Dollar Jahresverdienst. Wie Miller ist auch er ein ehemaliger Mitarbeiter der Petersburger Stadtverwaltung und lernte schon dort den heutigen Staatspräsidenten kennen. Und wie Miller wechselte auch er mit Putin nach Moskau. Zunächst arbeitete er im Sekretariat des Ministerpräsidenten und dann – dem Aufstieg seines Vorgesetzten folgend – in der Präsidialverwaltung. Michail Chodorkowski beschuldigte ihn, die Justizkampagne gegen ihn und seinen schließlich zerschlagenen Yukos-Konzern initiiert zu haben. Setschin wurde 2004 Chef des Staatskonzerns Rosneft, der mit Hilfe einer offensichtlich manipulierten Auktion die Yukos-Anteile an dem wichtigen Ölförderunternehmen Juganskneftegas übernahm. In der Presse wurde er als „Hand des FSB in Russlands Ölindustrie“ (Stratfor) und „Russlands zweitmächtigster Mann“ (CNBC) bezeichnet.

Igor Setschin

„Bronze“: Rosneft-Chef Igor Setschin
(Quelle: Wikimedia Commons / Dyor, STRF.ru)

Auf Platz 4 folgen mit jeweils 15 Millionen Dollar Dmitri Rasumow, Generaldirektor der Oneksim-Gruppe und Iwan Streschinski, Chef von Metalloinvest. Auf Platz 6 kommt German Gref von der Sberbank mit 13,5 Millionen Dollar, dahinter Michail Schamolin von Sistema mit 11,6 Millionen. Ruben Aganbegjan von der Otkrytije Holding schafft es mit 11 Millionen auf Platz 8. Der ehemalige Chef der Russischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin, belegt mit 11 Millionen Platz 9. Michail Kusowlew von der Bank „Rossijski kapital“ ist mit 9,5 Millionen Jahresgehalt der letzten in den Top Ten der teuersten russischen Manager.

Insgesamt führt Forbes 25 Wirtschaftsbosse in seinem Rating der Bestverdiener. Zusammengenommen kamen sie im vergangenen Jahr auf 242 Millionen Dollar Gehalt. Auch hier schlägt die Wirtschaftskrise zu Buche. 2013 waren es nämlich noch 291 Millionen gewesen, was einen Rückgang um 17% bedeutet.

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