Vorsitzender der siegreichen Staatspartei: Dmitri Medwedew

Wedomosti: Kreml versteckt „toxischen“ Medwedew im Wahlkampf

Der russischen Zeitung Wedomosti ist aufgefallen, dass der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew im laufenden Regionalwahlkampf wenig bis gar nicht in Erscheinung tritt. Während Präsident Putin häufig in den 16 Regionen, in denen im September Gouverneure und Parlamente gewählt werden, unterwegs ist, besuchte Ex-Präsident Medwedew bisher nur eine.

Vorsitzender der siegreichen Staatspartei: Dmitri Medwedew

Der „toxische“ Ministerpräsident und Parteivorsitzende Dmitri Medwedew
(Quelle: www.kremlin.ru)

Nun ist im auf Putin zugeschnittenen russischen Herrschaftssystem die Rolle Medwedews ohnehin nicht von allzu großer Bedeutung und der Präsident bereitet sich zudem auch schon auf die im nächsten Jahr anstehende Präsidentschaftswahl vor – ist also auch in eigener Sache unterwegs. Wedomosti hat jedoch noch eine andere Erklärung dafür, dass sich der Ministerpräsident so rar macht und beruft sich dabei auf Quellen aus dem Umfeld des Kreml.

Grund seien die geringen Zustimmungswerte Medwedews, heißt es da. So könnten Regionalpolitiker nicht von einem Besuch Medwedews profitieren, er sei im Gegenteil „toxisch“ für sie geworden. Diesen Umstand habe er – so die kremlnahen Quellen – wesentlich dem Oppositionellen Alexei Nawalny zu verdanken. Dieser hatte im Frühjahr 2017 den Dokumentarfilm „Nennen Sie ihn nicht Dimon“ (russ. „On wam ne Dimon“) veröffentlicht, in dem Medwedew vorgeworfen wird, mit Hilfe korrupter Machenschaften umfangreiche Besitztümer anzuhäufen.

Medwedews Pressesprecherin Natalja Timakowa stellte inzwischen klar, der Ministerpräsident nehme sehr wohl „aktiv am Wahlkampf in den Regionen teil“, und warf der Zeitung unzureichende Recherche vor (NEWSru.com). Ein ähnliches Dementi kam auch von der Partei „Einiges Russland“, deren Vorsitzender Medwedew ist (NEWSru.com).

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